Meine Tage sind ziemlich durchgeplant. Glücklicherweise vor allem mit inspirierenden Aufgaben und Herausforderungen, aber eben durchgeplant. Da bleibt wenig Raum, um mal über meine To-dos hinaus zu denken, um mich beispielsweise zu fragen: „Wo will ich mich verändern?“. Kennen Sie, oder?

Damit bei mir trotzdem „was vorwärtsgeht“, ich mich weiterentwickle, ich meine Ziele finde und erreiche, nehme ich mir seit 20 Jahren (genauer gesagt, seit ich Kinder habe 😉) 4-mal pro Jahr meine Dreamdays. „Dreamdays“ – das hört sich ein bisschen nach Esokram an. Doch es bedeutet einfach, dass ich drei Tage für mich habe. Drei Tage, die ich völlig frei gestalte, weil ich auf niemanden Rücksicht nehmen muss, weil es nur um mich und meine Bedürfnisse geht – Freiheit pur. 

Auch so viel Freiheit strukturiere ich, weil ich möchte, dass etwas dabei „rumkommt“. Das beginnt damit, dass ich den Ort sehr bewusst auswähle, an dem ich meine Dreamdays verbringe. Und dieser Ort liegt bisher immer irgendwo in den Bergen. Denn ich liebe die Natur und weite Ausblicke. Wo liegt Ihr Traumort? Auch in den Bergen oder ganz woanders? Bei meinem besten Freund beispielsweise ist er am Meer.

Am Anreisetag lasse ich es ganz langsam angehen. Tue alles, damit ich Abstand gewinne und „runterkomme“: Deshalb starte ich mit einer Wanderung auf einen Berggipfel. Keiner, mit dessen Höhe ich bei Bergkletterern punkten könnte, aber einer, der hoch genug ist, als dass er mir eine atemberaubende Aussicht beschert. Ausgepowert und mit viel Weitblick im Herzen gönne ich mir einen feinen Gaumenschmaus. Und zum Schluss des ersten Tages noch einen inspirierenden Film – dieses Mal „Walt vor Mickey“.

Weil meine Dreamdays unter dem Motto „auf bzw. in mich hineinhören“ stehen, beginne ich den nächsten Morgen früh – und zwar mit Meditation. Das fällt mir nicht immer leicht. Aber es hilft ganz ungemein, wenn ich stillsitze und in mich hineinhöre. Höre, was ich mir zu sagen habe. So gut eingestimmt bin ich bereit, mir Fragen zu beantworten, die ich schon vor meinen Dreamdays vorbereitet habe: 

  • Was für ein Mensch bin ich in fünf Jahren von heute?
  • Was würde ich gerne erleben, dass ich noch nie erlebt habe?
  • Was gefällt mir an meinem jetzigen Leben besonders gut?
  • Mit welchen 5 Tätigkeiten kann ich mir guttun?
  • Wann habe ich das letzte Mal etwas zum ersten Mal getan?

Das sind große Fragen. Antworten darauf finde ich nicht mal eben so. Deshalb nutze ich Tools, die sich für mich immer wieder bewährt haben. Tools, die ich auch bei meinen Coachees einsetze. Sie helfen mir, die Antworten in mir selbst zu entdecken. Denn ich bin davon überzeugt, dass wir die Antworten auf unsere tiefsten Fragen bereits in uns tragen. Wir müssen sie nur finden. 

Eine einfache und sehr hilfreiche Übung habe ich beispielsweise genutzt, um meine Antworten zu finden auf die Frage „Was für ein Mensch bin ich in fünf Jahren von heute?“. Es ist die „non-stop-Übung“. Hierfür schreibe ich von Hand 20 Minuten non-stop auf, was mir als Antwort auf die „Fünf-Jahre-von-heute-Frage“ einfällt. Und mit non-stop meine ich non-stop:Mein Stift ruht also keine einzige Sekunde, denn ich schreibe non-stop. Und wenn mir nichts einfällt, schreibe ich einfach „Mir fällt nichts ein“. Das tue ich so lange, bis der nächste „Fünf-Jahre-von-heute-Gedanke“ seinen Weg in mein Bewusstsein bzw. meine Hand findet. So habe ich schon nach 20 Minuten einen enormen Fundus an Vorstellungen dazu, wo ich in fünf Jahren stehen will. Jetzt heißt’s erst mal Pause machen und entspannen. 

Danach schaue ich mir in Ruhe an, was ich zu Papier gebracht habe und markiere alle Gedanken und Visionen, die mich anlachen. Aus diesen wiederum filtere ich ein „Best of“. Dieses Spielchen spiele ich so lange, bis noch drei Visionen übrig sind. Und das sind die, mit denen ich mich weiter beschäftige. Für diese Visionen überlege, wie ich sie in meinem Alltag lebe. Also was genau ich wann und wie lange dafür tue. Eine meiner Visionen ist, dass ich auch in fünf Jahren noch so begeistert, fit und gesund lebe wie jetzt. Damit das Realität wird, habe ich in meinen Dreamdays beschlossen, dass ich 4-mal die Woche morgens um 5.00 Uhr jogge und 2-mal pro Woche Yoga praktiziere – wobei ich mit dem Thema Yoga meine Komfortzone so weit verlasse, dass ich sie fast nicht mehr sehe ;.-)

Auch für die anderen Fragen finde ich nach und nach meine Antworten. Denn in 2,5 Tagen mit mir selbst erkenne ich – und Sie ganz sicher auch – eine ganze Menge. Mit diesen Antworten starte ich voller Energie in meinen Unternehmer-und Familienalltag.

Habe ich Ihnen ein bisschen Lust auf Ihre eigenen Dreamdays gemacht? Tun Sie’s, ziehen Sie es durch und nehmen Sie sich welche. Wenn Sie noch Fragen haben, schreiben Sie mir einfach. Ich freu‘ mich sehr darauf.